Natronsee und Oldoinyo Leng ́ai Vulkan

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Im nördlichsten Tansania gelegen, inmitten einer unwirklichen Lavawüste, nimmt der hochbasische See eine Vertiefung im Rift Valley ein. Eigentlich ein Ort von rauher Schönheit und scheinbar lebensfeindlicher Umgebung transformiert er sich jährlich für einige Monate zum Paradies von Tausenden Flamingos, die sich zwischen Juni und Oktober in riesigen Schwärmen am Ufer niederlassen.

Die sonst so flache Landschaft wird vom knapp 3000 m hohen Kegel des Oldoinyo Lang ́ai dominiert, der heilige Vulkan der Maasai, dessen Gipfel der Gottheit Leng ́ai Sitz ist. Weltweit einzigartig erinnern die, verursacht von der chemischen Komposition, dunklen und schnell fließenden Lavaströme eher an Schlammfluten. Tatsächlich ist sie mit 500-600°C auch wesentlich kühler als herkömmliche Lava. Kommt sie in Kontakt mit Wasser, verfärbt sie sich innerhalb kürzester Zeit in einen gräulich-weißen Ton und lässt den Vulkan in Schnee gehüllt erscheinen. Ein unerwartetes Bild in der trockensten Gegend Tansanias.

Wanderfreunde aufgepasst:

Unglücklicherweise hat die letzte Eruption im Dezember 2007/Januar 2008 (wir waren Augenzeugen) die Spuren eines zeitweilig genutzten Pfades zum Gipfel genauso zerstört, wie die noch verbliebenen “Plattformen”, die man bisher für Verschnaufpausen nutzen konnte. Seither bieten wir keine Wanderung mehr zum Krater des Vulkanes an.

Von der Grenze mit der Serengeti dauern Wanderungen zum Natronsee rund 6 Stunden, respektive 4 h von Manyara und bieten neben wunderschönen Aussichten auch die Möglichkeit, mit den lokalen Maasai zu interagieren. Die Wanderung entlang der Engare Sero Schlucht folgt einer engen, felsigen Route, führt zu einem schönen Wasserfall und lädt zum schwimmen ein. Ein Teil der leichten Wanderung durchquert kniehohes Wasser, Schwimmsachen und rutschfestes Schuhwerk sind von Vorteil.
Am Natronsee gibt es nur limitierte, simple Unterkünfte, weshalb wir diesen Programmpunkt den Reisenden empfehlen, die Abwechslung zu einer klassischen Safari suchen.